Von Landkärtchen, C-Faltern und Admiralen alles Schmetterlinge und noch ein wenig Johanniskraut

Klar doch heute haben wir es erst mal von einem Admiral und ich habe mich getäuscht, liebe Nova, der Lieblingsschmetterling von dir ist doch der Monarch. Den habe ich leider nicht. Ich dachte es wäre der Admiral.

Als ich den Admiral sah, war ich mir nicht ganz sicher, konnte ihn doch ganz gut bestimmen, wie auch die beiden folgenden Schmetterlinge auch. 
Dank meines Schmetterlingsbuches.  

Aber glaub nicht, dass das so schnelle geht, die Falter sind aktiv und ich habe vier Stunden gebraucht, bis das alles über die Bühne war. Ja, das Rentnerleben. :-)))

Leider konnte ich ihn und den C-Falter nicht auf einem Blümchen ablichten, weil die beiden eben die Bananenschale wollten, die ich in den Müll geworfen hatte.

Auf einem Blümchen wirkt so ein Falter halt schon schöner. Aber ich darf auch so froh sein. 

Da war er nun und ich saß mit der Banane da und legte ein Stückchen Banane auf den Mülleimer, ein Trick, der funktioniert und so habe ich nicht nur den Admiral, sondern auch den C-Falter erwischt.

Die beiden Falter konnten sich absolut nicht von der Banane trennen und, guck mal.

Der Admiralfalter (Vanessa atalanta, Synonym,  Pyrameis atalanta)




erreicht eine Flügelspannweite von 50 bis 65 Milimeter.
An den dunkelbraunen Vorerflügeloberseiten, auf denen etwas in der Mitte eine breite rote Binde verläuft kann man ihn ganz gut erkennen.

Die Weibchen haben in dieser fast immer einen kleinen weißen Fleck, also kann du gut erkennen, was  das für ein Admiral ist.



Die Spitzen der Vorderflügen sind schwarz gefärbt und tragen mehrere große und kleine weiße Flecken. Die Hinterflügel sind ebenfalls dunkelbraun gefärbt und tragen eine breite rote Binde am Flügelaußenrand. In dieser verläuft in der Mitte eine schwarz Punktreihe.  An allen vier Flügeln verläuft am äußersten Rand eine weiße Linie, die kurz durch schwarze Punkte unterbrochen wird.



Diese Wanderfalter leben in verschiedenen Lebensräumen, wie Wäldern, auf landwirtschaftlich genutztem Gelände, aber auch in Gärten und Siedlungsgebieten. Zu sehen  von Juni bis Oktober
In warmen Gebieten auch in drei bis vier Generationen von Februar bis November. Wobei diese Tiere dann beim ersten Frost sterben.








Gehen wir nun zum C-Falter (Polygonia c-album,Synonym: Nymphalis c-album)

Ich war erstaunt und wußte nicht, was ich da wieder fotografiert habe. Habe mein Schmetterlingsbuch hervorgeholt und ja, es ist der C-Falter.



Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 
40 bis 50 Milimeter. Variabel gefärbt sind die Flügel.
Die Oberseiten sind orange gefärbt und sind mit einem schwarzen, braunen und gelben Fleckmuster gezeichnet.



Die Flügelunterseiten sind dunkelbraun, hellbraun, grau oder gelblich gefärbt.

Auffällig ist hier die weiße, C-ähnliche Zeichnung, die dem Falter seinen Namen gab.

Dieser schöne Schmetterling machte seine Flügel gar nicht mehr zu, so freute er sich über die Banane. 

Aber ein wenig habe ich die C-Zeichnung doch gefangen. 


Die Falter leben oft an Waldwegen und auch -rändern. Gerne halten sie sich auch am Sommerflieder auf und sie mögen auch nektarreiche Gartenblumen. Im Hochsommer sind sie auch gerne am Fallobst interessiert und im Frühjahr mögen sie sehr gerne blühende Weidenkätzchen. Sie sind überall recht häufig.



Wir kommen zum


Landkärtchen  (Araschnia levana)

Das Landkärtchen wurde vom NABU zum Schmetterling des Jahres 2007 gekürt und ich finde ihn auch wunderschön und bin auch stolz, dass ich ihn gefangen habe.



Früher hat man ja die Schmetterlinge gefangen und mit einer Stecknadel fixiert. Ich weiss auch nicht, ich habe mich damals davor schon geekelt, wenn du willst, kannst du hier mal schauen, wie sowas vor sich geht.

Ich würde das nie machen, ich fange sie lieber mit meiner Camera.



Das Landkärtchen ist der einzige heimische Tagfalter, der von Generation zu Generation seine Farbe wechselt.



Im Frühjahr schlüpfen leichtend gelb-braun gefärbte Schmetterlinge. Die Sommergeneration hat die Grundfarbe schwarz mit weißen Bändern und gelblichen Flecken.

Lange meinte man, dass die beiden verschiedenen Formen verschiedene Arten sind.



Wer im eigenen Garten etwas für die Landkarten tun möchte, muß an halbschattigen Standorten die Brennnesseln stehen lassen. Hier können sich Raupen und Puppen ungestört entwickeln. Necktarpflanzen sind besonders wichtig, das Landkärtchen keine allzu weiten Strecken zurücklegen.



Warum Landkärtchen:
Das gründet sich auf die Zeichnung der Flügelunterseiten, die mit einem Netz von Linien überzogen sind und die daher an eine Landkarte erinnern. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen Wort Arachne für Spinne ab und bezieht sich ebenfalls auf die Netzzeichnung an der Flügelunterseite. 

Ihn habe ich mehr durch Zufall gefangen, als ich am See auf eine Libelle gewartet habe.






Sicherlich ist dir das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) bekannt. Ich finde es recht hübsch und es hat eine große Heilwirkung, pobiert habe ich es aber nicht. Vor allem der Fruchtstand ist interessant, den kann ich dir im Moment nicht zeigen, aber ich hatte ihn schon mal am Blumentag und deshalb zeige ich ihn dir hier.


Ich weiß, dass es in Ludwigsburg eine Gärtnerei gibt, die ein Feld mit Hypericum hat. Das muß ich dann unbedingt mal fotografieren.

Schaut man sich das Echte Johanniskraut  (gegen den Himmel betrachtet) einmal genau an, entdeckt man viele kleine helle Punkte. Es sieht aus, als hätte jemand mit der Nadel viele kleine Löcher hineingestochen. Das sind Öldrüsen die im Licht durchsichig erscheinen. Besonders an heißen Tagen strömen diese Öldrüsen Duftstoffe aus (ätherische Öle) die die Pflanze umnebeln . Das führt dazu, dass die Sonnenstrahlen mit ihrer Hitze nicht mehr direkt an die Pflanze gelangen können. Damit schützt sich dieses Pflanze vor Verdunstung und Austrocknung.

Es gibt andere, ähnlich aussehende Johanniskräuter. Das Echte Johanniskraut erkennt man daran, dass sich die Fingerkuppen rot färben, wenn man eine Blüte oder Blütenknospe zerreibt.


Vorsicht!
Der rote Farbstoff färbt, man bekommt die Farbe zwar von den Fingern, aber von der Kleidung oft niemals mehr. 
Früher hat man deshalb diese Pflanze auch zum Fräben von Textilien eingesetzt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der zweikantige Stängel. 

Um das Johanniskraut ranken sich viele Legenden . Eine davon kennt die Antwort auf die Frage nach der Entstehung der zahlreichen "Löcher" in der Pflanze.

Der Teufel soll sich über die große Heilkraft des Echten Johanniskrautes so aufgeregt haben, dass er in blinder Wut auf die Pflanze eingestochen hat. 

 Ich habe noch viel mehr Pflanzen für doch aber für heute ist es nun genug. 













 






















Kommentare

  1. Ich mag auch den Admiral, eigentlich alle Schmetterlinge...der Monarch ist für mich halt immer noch etwas besonderes, vor allem weil ich ja im letzten Jahr auch die Verpuppung und das Schlüpfen beobachten konnte.

    Immer wieder schön wenn man sie beobachten kann und dann noch so stillsitzend mit der Kamera einfangend.

    Wünsche dir einen schönen Tag und sende viele Grüsse

    N☼va

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  2. Ganz bezaubernde Fotos von den Faltern; ich bin grad hin und weg! Und deine tollen Erklärungen dazu lassen auch keine Fragen mehr offen!
    Johanneskraut ist auch in jeder Hinsicht eine tolle Pflane; leuchtend gelbe Blüten ist für mich Sommer pur!

    Liebe Grüße, Maje

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  3. Ach wie schön und so gut das Du eine Banane dabei hattest, was wären uns für Aufnahmen entgangen. Vielen Dank für Deine Geduld und das Teilen mit uns.
    Den Admiral ja den kenne ich und das Landkärtchen kommt mir jedenfalls bekannt vor, aber vom C-Falter habe ich noch nie etwas gehört geschweige denn gesehen.

    Liebe Grüße sendet
    Kirsi

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  4. Liebe Eva,
    Danke für diesen wunderbaren Trip in die Vielfalt der Schmetterlingswelt. Du hast wirklich wunderbare Fotos gemascht, man kann beinahe jedes Detail erkennen. Ich liebe es auch, die hübschen Falter "einzufangen", aber nur mit der Kamera!!! Die aufgespießten Exemplare finde ich echt schrecklich. Aber für die Wissenschaft muss es das wohl auch geben.
    Hab einen angenehmen Donnerstag,
    lieben Gruß
    moni

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  5. Ich finde ja deine Bilder schon Spitze. Aber mit den detaillierten Beschreibungen dazu ist der schöne Beitrag noch wertvoller. Da hat sich jede Minute Aufwand gelohnt und du kannst echt Stolz sein.
    L G Pia

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  6. Da, liebe Eva, sind Dir aber ganz wunderbare Schnappschüsse gelungen!
    So langsam entwickelst Du Dich zur Expertin. Mein liebtes Foto ist die Nr. 10.
    Hab' einen schönen Tag! Liebe Grüße sendet Edith

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    1. Es dauert noch eine Weile mit der Expertin und dem Experten. Wir arbeiten dran.
      Aber wir sind am Überlegen, ob wir nicht nächstes Jahr Exkursionen für Kinder anbieten. Kinder sind da immer ganz dabei, wenn sie einen Schmetterling finden und ihn dann nachmalen oder sogar bestimmen können.
      Wir waren neulich mit drei Kindern unterwegs und es hat ihnen Spaß gemacht.

      Lieben Gruß Eva

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  7. Schmetterline, kleine Blümchen dürfen bei mir auch immer wieder sein. Sie zu fotografieren wird mir nie langweilig.
    Liebe Grüße

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  8. Den Bananentrick hab ich auch schon mal ausprobiert und ganz vergessen....das war eher zufällig passiert. In den Schmetterlingshäusern lockt man ja auch mit Obst. Das Aufspießen der Schmetterlinge hätte ich nie im Leben gemacht...aber früher gab es wohl nur die Methode, wenn es anschaulich sein sollte. Die Fotografie ist doch eine große Erleichterung.
    Das Landkärtchen war mir dieses Jahr schon in der Frühjahrsgeneration vor die Linse gekommen.
    LG Sigrun

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  9. Lach, da waren wir wieder auf Schmetterlingspirsch, nur war ich nicht hinter den großen Faltern her, die habe ich eigentlich schon so oft, sondern mal wieder hinter den kleinen 2 bis maximal 3cm Flatterlies. Aber die zeige ich erst demnächst mal.
    Falls du mal die Frühlinsform des Landkärtchens sehen möchtest, die habe ich hier in meiner Schmetterlingsgalerie
    http://www.peiter-family.de/Fotogalerie/details.php?image_id=659

    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend wünscht dir
    Arti

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    1. Hiiii, Arti,
      die kleinen Schmetterlinge kommen noch. :-)))

      LG Eva

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  10. Liebe Eva,
    schöne Bilder sind dir da gelungen - den C-Falter konnte ich vor kurzem auf meiner Hortensie beobachten ... leider war er verschwunden, als ich mit der Kamera soweit war. Den Bananentrick kannte ich noch nicht, beim nächsten Mal hab ich dadurch vielleicht mehr Glück. ;-) Hypericum als homöopatisches Mittel hatte ich früher bei den Kids für ihre Blessuren öfter in Gebrauch ... die Fruchtstände der Pflanze mag ich gern in Blumensträußen.
    Einen lieben Gruß, Marita

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  11. Wunderbar hast du die Schmetterlinge eingefangen. Einen C-Falter sah ich neulich im Schulgarten, Admiral und Landkärtchen sind noch nicht da. Da hoffe ich auf die Oregano-Blüte, da saßen die Landkärtchen früher immer dran... Das Johanniskraut habe ich ja im Garten, und heute bei unserer Wanderung haben wir es ein paarmal am Waldrand gesehen. Früher war das Schmetterlingssammeln ja sehr beliebt. Da gab es aber auch noch viel mehr Schmetterlinge... Ich bin immer wieder erschüttert, wie rasant sie abnehmen, auch hier... Manche Arten habe ich schon Jahre nicht mehr gesehen. Lieben Gruß Ghislana

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  12. Liebe Eva,
    ein herrlicher Post über wunderschöne Falter! Letztes Jahr waren bei uns auch sehr viele und unterschiedliche Schmetterlinge unterwegs, in diesem Jahr hab ich bislang nur wenige sehen können ...und meist dann, wenn ich nichts zum fotografieren in der Hand hatte ...
    Danke für die wunderbaren Bilder!
    Hab einen schönen Tag und ein zauberhaftes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

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  13. Du hast ganz wunderbare Schmetterlingsfotos gemacht, freue mich sie zu sehen, besonders hübsch ist ja das Landkärtchen! Ich bin ja auch ein Falter-Fan und versuche jedes Jahr einen Neuen vor die Linse zu bekommen für meine Sammlung.
    Lieben Gruß Ulrike

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  14. Liebe Eva,

    wunderschöne Aufnahmen hast du hier mit den Schmetterlingen. Bei meinem letzten Gartenbesuch ist mir nicht ein einzigstes gelungen. Bevor ich knipsen konnte, sind sie weggeflogen.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
    Paula

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  15. Liebe Eva, da warst Du ja wirklich sehr erfolgreich auf Deiner Schmetterlingspirsch. Am liebsten mag ich das kleine Landkärtchen leiden. Und vielen Dank für Deinen lieben Kommentar bei mir. Die einzige Jahreszeit, in der mir die Hauswurz immer mal eingeht, ist der Winter, weil es da einfach zu feucht ist. A Pro Pos feucht: meinen Clivien geht es nicht so gut. Die leiden auch unter dem feuchten Sommer. Bei uns hier regnet es nämlich dauernd , fast jeden Tag!
    Liebe Grüße
    Frauke von Lüttes Blog

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  16. Ein sehr interessanter und auch lehrreicher Post über die Schmetterlinge und das Johanniskraut. Ein Landkärtchen hatte ich auch schon vor der Linse. Das mit den verschiedenen Farbgebungen das Jahr über finde ich schon immer etwas verwirrend, ich bin immer recht lange damit beschäftigt, die Art zu bestimmen. Vielen Dank für die tollen Aufnahmen. LG sendet Marion

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  17. Liebe Eva,
    der post gefällt mir ausgesprochen gut, mag ich Falter doch sehr. Und dieses Fangen und Aufspießen ist heute wohl nicht mehr nötig, dafür haben wir jetzt doch all die guten Kameras, die unsere Altvorderen nicht hatten, was blieb ihnen anderes als die armen Tiere zu fangen, wenn sie sie studieren wollten.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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